Letztes Update: Januar 2006

Claire in 'Little Women', 1995

Claire in “Little Women”, 1995

Winona Ryder bekannte sich als Fan von MSCL und sorgte dafür, daß Claire 1995 in “Little Women” und in How to Make an American Quilt (“Ein amerikanischer Quilt”) an ihrer Seite spielte. Am Tag nachdem die letzte Folge von MSCL über den Äther ging, stand Claire bereits am Set von “Little Women”. Winona und Claire waren seitdem mehrere Jahre lang enge Freundinnen.

Claire in “Home
for the Holidays”
1995

Auch in Jodie Foster fand Claire eine einflußreiche Mentorin. Nicht allein, daß diese sie für ihren Film “Home for the Holidays” (“Familienfest und andere Schwierigkeiten”) besetzte, Fosters Zuspruch hat Claire es auch zu verdanken, daß sie die Rolle der Julia in Baz Luhrmans poppiger Shakespeare Verfilmung “Romeo und Julia” erhielt.

Unter anderem hatte sie auch einen Kurzauftritt in dem Musik-Video der Amerikanischen Band Soul Asylum zu “Just like anyone”. Eine Rolle, die sie ebenfalls dank ihrer Freundin Winona Ryder erhielt. Winona hatte zu jener Zeit eine Beziehung mit Dave Pirner, Gitarrist bei Soul Asylum.

Es folgten zwei sehr stressige und erfolgreiche Jahre für Claire Danes. Sie wurde zu zahlreichen Preisverleihungen als Laudatorin eingeladen, unzählige Magazine brachten Fotosessions mit ihr auf der Titelseite. Als dann ihre Verpflichtung für “Romeo und Julia” bekannt wurde, avancierte sie zu den begehrtesten jungen Schauspielerinnen Hollywoods.

Claire musste eine Betrunkene spielen und es wurde klar, dass sie keine Erfahrung mit Alkohol hatte. Also betrank sie sich im Sinne gewissenhafter Vorbereitung um zu sehen, wie das so ist — aber erst nachdem sie sich erfolgreich dagegen gewehrt hatte, dass auch ihre Eltern mitkommen sollten. “Ich hatte ein paar Kamikazes und … diesen klaren Stoff. Wodka.” sagte sie später. “Ich zog mit meinem Agenten und meinen älteren Freunden los und sie machten mich absichtlich betrunken, damit ich spüren konnte, wie das war… Ich war anschliessend so erschlagen, dass das Erbrechen nicht mal schmerzhaft oder so war.”

– Die “Leiden” (?) einer ernsthaften Schauspielerin

Im Laufe des Jahres 1996 nahm Claire Danes Fortgeschrittenen-Kurse an ihrer Schule und bereitete sich für die Aufnahmeprüfung (SAT Scholastic Aptitude Test im Oktober 1996) an den Universitäten von Yale, Harvard, NYU, Vassar, Columbia und Sarah Lawrence vor. Gleichzeitig trat sie allerdings auch in fünf Filmen auf und reiste für die Werbekampagne für “Romeo and Juliet” (“Romeo und Julia”) um den gesamten Erdball.

Claire in “To Gillian…”, 1995

Beim Vorsprechen zur Julia setzte sie sich gegen Konkurrentinnen wie Natalie Portman und Alicia Silverstone durch und beeindruckte Leonado diCaprio (Romeo) und Baz Luhrman (Regisseur) durch ihr natürliches Auftreten. Vor allem durch den Einfluß ihrer Mentorin Jodie Foster hatte sie die Chance zum Vorsprechen erhalten.

Interessant ist auch die Tatsache, dass sich Claire auch bereits 1993 gegen Alicia Silverstone durchsetzen konnte, als es um die Besetzung der Hauptrolle von “My So-Called Life” ging. Auch damals waren sie die einzigen in der engeren Wahl.

Claire und Leonardo DiCaprio, 1996

Claire und Leonardo DiCaprio, 1996

Kurz vor dem Shooting von R&J hatte sie nachts um 3 Uhr einen kleinen Nervenzusammebruch, was dazu führte, dass sie mit einer Therapie begann.

“Ich hatte so etwas wie einen Nervenzusammenbruch bevor ich diesen Film machte. Ich hatte buchstäblich eine Panikattacke. Ich wachte um 3 Uhr morgens auf, mein Herz schlug wild, ich dachte ich hätte einen Herzinfarkt. Ich ging hinunter zum Zimmer meiner Mutter und versuchte, mich an sie zu kuscheln, doch ich wälzte mich in den Bettlaken unruhig hin- und her, ich konnte mich einfach nicht beruhigen. Also ging ich hinunter ins Wohnzimmer und schaute mir “Grease 2″ an und das schließlich beruhigte mich. Das war die Rettung. Es war wirklich sehr hilfreich. Ich kann es nur wärmstens empfehlen. Aber dann kam ich darüber hinweg und machte mich an die richtige Arbeit.”

Die Dreharbeiten zu R&J waren überhäuft mit Schwierigkeiten. Zum einem wurde Claire Danes’ Mutter mit Lungenentzündung ins Krankenhaus gebracht und ein Crew – Mitglied wurde gekidnappt.

“Alle waren krank. Wir wurden alle von Montezuma’s Rache heimgesucht. Ich verbrachte fast einen ganzen Tag nur auf der Toilette. Ich fragte meine Mutter, ob man daran sterben kann. Ich meinte das todernst.”

“Ich wurde in diesem Film erwachsen. Ich wurde es wirklich.” “Es war kein einfacher Film. Wir waren vier Moante in Mexico und ich war das einzigste Mädchen. Im Film geht es auch um Gangs, also waren da auch eine ganze Menge kleiner Jungs, die herumrannten und Chaos verursachten. Es ist eine ganz andere Sache, wenn Du mit ihnen alleine redest. Aber wenn sie alle zusammenkommen, dann gab es nur eine Menge dreckiger Witze, es wurde viel Quatsch mit Prothesen aus dem Make-Up Caravan gemacht und oft hingen sie einfach nur öde herum. Das war nicht meine Welt.”

– Claire über die Dreharbeiten zu Romeo and Juliet

“Oh, mein Gott. In unserer allerersten Szene zusammen waren wir beide oberkörperfrei. Ein netter, kleiner Eisbrecher, wir beide in farblich abgestimmten G-strings!”

– Claire über ihre erste Szene mit Leo DiCaprio

Während den Dreharbeiten zu R&J beendete sie ihre knapp zweijährige Bezeihung zu Andrew Dorff, dem Bruder von Stephen Dorff. Fast 6 Monate brauchte sie, um die Trennung durchzustehen.

“Aber es passiert zur Zeit viel in seinem Leben und er ist nicht sehr stabil. Ich muss sagen, dass ich trotzdem durch ihn reifer und erwachsener geworden bin. Es war meine erste ernste Beziehung, in der ich wirklich verliebt war. Er hat mich eine Menge gelehrt.”

Im Frühjahr 1997 graduierte sie an ihrer High School (Lycee Francais, L.A.).

Im April 1997 erhielt Claire die Zulassung für Yale. Ihr Belobigungsschreiben für Yale stammte von Kult-Regisseur Oliver Stone. Sie gab daraufhin bekannt, dass sie ihr Studium um ein Jahr bis zum Herbst 1998 aufschieben wollte, um noch fünf weitere Filme zu drehen. Sie war zu dieser Zeit auch die erste Wahl für die weibliche Hauptrolle in dem Blockbuster “Titanic”, doch Claire lehnte die Rolle ab. Ebenso war sie im Gespräch für die Hauptrolle in der Neuverfilmung von “Lolita”. Dank ihrer Medien-Präsenz durch “Romeo and Juliet” schaffte sie es 1997 auch auf die begehrte “People”-Liste der 50 schönsten Menschen der Welt.

Noch im gleichen Jahr erhielt sie den MTV Movie Award für die beste weibliche Darstellerin in “Romeo and Juliet” und war Präsentatorin bei der Oscar-Verleihung 1997. Die Tatsache, daß während der Oscar-Verleihung ihr Kleid zerriss, hat sie nicht sonderlich gestört. “Wir waren bei der Oscar-Verleihung, das Event mit den meisten Fotografen der Welt und Claire lachte einfach nur.” sagte Winona Ryder, ihre damalige beste Freundin. “Wir mussten hinter die Bühne gehen und diese Frau anbetteln, es zu nähen, und sie machte es ziemlich schlecht, aber Claire meinte nur ‘Was soll’s.’ “

Polish Wedding

Claire in “Polish Wedding”, 1997

Gegen Ende 1997 wirkte sie in den Filmen “U-Turn”, “The Rainmaker” und “A Polish Wedding” mit und machte daraufhin sechs Monate Urlaub mit ihrem neuen Freund, dem australischen Musiker Ben Lee.

Claire zu Polish Wedding: “Ich hatte dieses Haar, diese Verlängerungen — überall war dieses Haar. Kiloweise. [...] Ich hatte ja niemals eine zuvor Schlampe gespielt. Es war cool zu wissen, daß es Leute gibt, die glauben, daß ich dazu fähig bin.”

Jedoch forderte der anstrengende Terminplan seinen Tribut. Während den Dreharbeiten zu “The Rainmaker” erlitt sie einen Schwächeanfall.

Eine kleine Trivia-Information zu “Rainmaker”: In einer Szene, in der Kelly Riker (Claire Danes) von ihrem brutalen Ehemann verprügelt wird, hat Coppola (der Regisseur) ihr ein Stück Eis auf den Rücken gelegt, damit sie anfange zu zittern. Während der Dreharbeiten zu “Rainmaker” hatte sie Gerüchten zufolge auch eine kurze Beziehung mit Co-Star Matt Damon.

Brokedown Palace

Claire in “Brokedown Palace”, 1998

Trivia zu U-Turn: Oliver Stone meinte: “Claire, Du siehst zu gut aus. Ich will, daß Du wie eine Wüstenratte aussiehst.”

Bis zum März 1998 drehte sie daraufhin in den Philippinen den Film “Brokedown Palace”. Dort spielte sie eine Touristin, die unverschuldet wegen Drogenbesitzes in Manila zu mehrjähriger Haft verurteilt wird. Bei der Marketing-Tour kam es zu einem kleinen Eklat, als Claire die Hauptstadt der Philippinen, als “Dreckloch” und “Kakerlaken verseucht” bezeichnete. Daraufhin wurden ihre Filme in Manila verboten und Claire zur unerwünschten Person erklärt. Erst im Jahre 2000 wurde das Einreiseverbot wieder aufgehoben.

Mod Squad

Claire in “The Mod Squad”, 1998

“Brokedown Palace” ist aber auch aus einem anderen Grund ein wichtiger Meilenstein in Claires Karriere: Bereits zu Beginn der Produktion kam es zu heftigen Differenzen zwischen Regisseur und Produktionsfirma, worauf die Produktion beinahe zu scheitern drohte. Schliesslich verliess der Regisseur das Set und Gerüchten zufolge war es der 19jährigen Claire Danes und ihrem Engagement zu verdanken, dass ein neuer Regisseur für das Projekt gewonnen werden konnte. Viele Crew-Mitglieder sagten später in Interviews, dass Claire oft bis an ihre Erschöpfung gearbeitet habe, um die Produktion zusammenzuhalten. Leider war auch “Brokedown Palace” kein grosser kommerzieller Erfolg.

Ab Ende April bis Anfang Juli 1998 liefen die Shootings zu ihrem letzten Film vor ihrer Uni-Pause: “The Mod Squad”. Zum ersten Mal stellte sie die Hauptrolle und war auch der wichtigste Star im Film. Das Remake einer erfolgreichen US-Krimiserie aus den 1970ern war aber ein kommerzieller und künstlerischer Total-Flop, in einigen Interviews bestätigte Claire, dass sie es bereut habe, die Rolle in “The Mod Squad” zu übernehmen.

Ihr Hauptziel sei es gewesen, ihre “Prägung” auf romantisch-ruhige Figuren zu durchbrechen und mit diesem schnellen Action-Film allen zu zeigen, dass sie auch “die Böse” spielen kann. In Deutschland kam der Film nie in die Kinos.

“Es ist immer einfacher für mich, mit Leuten klarzukommen, die etwas älter sind als ich. Aber ich bin gespannt darauf, in Yale mit Leuten zusammenzusein, die aus meinem Alter sind.”

Claire in “The Mod Squad”, 1998