Biografie I – Claires Familie
Letztes Update: Juli 2007
Claires Großvater Gibson A. Danes (geboren 1911) graduierte 1949 an der University of Yale und war zunächst Leiter des Art Department der Universität Los Angeles und in den 1960er Jahren Dekan unter anderem an der “Art and Architecture School” der Universität in Yale. Dort war er auch für den Bau des “Art and Architecture Building” in York Street verantwortlich — ein Gebäude, in dem zufälligerweise seine Enkelin Claire ab 1998 studieren würde.
Gibsons Frau starb bereits früh und auch die Ehe mit seiner zweiten Frau Claire wurde erneut durch den vorzeitigen Tod seiner Ehefrau im Jahre 1954 abrupt beendet. Der aus dieser zweiten Ehe hervorgegangene Sohn Christopher (Chris) Danes (geboren 1944) war beim Tod seiner Mutter zehn Jahre alt. Claire Danes trägt ihren Namen in Erinnerung an ihre gleichnamige Großmutter. Gibson wurde 1969 Leiter des Art Departements des Purchase Colleges in New York State. Er lebte mit seiner dritten Ehefrau, der 1917 in Nürnberg geborenen Künstlerin Ilse Getz viele Jahre in Litchfield, Connecticut. So lernte später seine Enkelin Claire auch die ländliche Umgebung von Yale und Connecticut zu schätzen. Doch diese dritte Ehe von Gibson Danes endete tragisch: 1992 beging er zusammen mit Ilse Getz Selbstmord durch Kohlenmonoxidvergiftung. Ilse Getz war zu diesem Zeitpunkt 75 Jahre alt und unheilbar an Alzheimer erkrankt.
Claire Danes sagte dazu in einem Interview mit Vanity Fair im Februar 1998: “Sie hatten eine Verabredung getroffen, als es ihr noch gut ging. Darin vereinbarten sie, daß sie gemeinsam sterben würden, wenn ihr Körper nicht mehr ‘funktionieren’ würde. Das war ziemlich traumatisch. Erst vor kurzem wurde es mir richtig bewußt… Ich wusste als es passierte, daß ich eine lange Zeit nicht in der Lage sein würde, es zu akzeptieren oder zu verstehen. Wir hatten den Gedenkgottesdienst erst vor zwei Jahren. Die ganze Familie hatte gezögert; keiner von uns hatte es wirklich verarbeitet. Wir haben die Asche in einen Fluß in Connecticut geworfen. Ich war so wütend auf meinen Grossvater. Ich dachte, es war selbstsüchtig von ihm. Bis zu diesen Punkt hatte ich nicht realisiert, was für eine problematische Sache das ist. Aber gerade vor kurzem bin ich in Tränen ausgebrochen. Ich brach vollkommen zusammen. Mehr wegen meinem Dad als wegen irgendetwas sonst.”
Ihre Mutter Carla Danes sagte: “Selbstmord ist brutal für die Menschen, die zurückbleiben.”
Chris Danes half während eines Sommerferienjobs bei der Arbeit an dem “Art and Architecture building”, um Geld für das Studium an der Brown University zu verdienen. Anschließend wechselte er an die School of Design auf Rhode Island.
Claires Eltern Carla und Chris Danes in einem Restaurant 1994
Dort lernte er seine spätere Frau Carla kennen, die zu dieser Zeit ein Studium zur Kleidungsdesignerin absolvierte.
Chris Danes arbeitete unter anderem auch als Architektur-Fotograph und arbeitete in späteren Jahren als Macintosh Computer-Fachmann, seine Frau Carla Danes (geboren 1945 in Vermont) war Lehrerin und nebenbei noch begeisterte Malerin. 1974 kauften sie sich eine Wohnung in der Crosby Street in SoHo, New York. Als Claire ein kleines Kind war, betreute ihre Mutter als Tagesmutter andere Kinder aus der Nachbarschaft (“Danes Tribe”). Zwischen 1992 und 1997 nahm schließlich die Tätigkeit als Managerin ihrer Tochter die meiste Zeit in Anspruch. Seitdem ist Carla Danes wieder verstärkt als Künstlerin tätig, 2001 beendete sie eine Ausbildung am Otis College of Art and Design. Unter anderem hatte sie im September 2004 gemeinsam mit ihrem Ehemann eine Ausstellung in Mexico City und Ende 2005 in Los Angeles.
Claires Bruder Asa R. Danes ist sechs Jahre älter (geboren 1973), ging zur Bronx High School of Science und hat 1994 seinen Bachelor-Abschluss am Oberlin College in Ohio gemacht. Er lebte und arbeitete einige Jahre als UNICEF-Mitarbeiter in Namibia. Ab 1998 studierte er Jura in New York, machte 2001 seinen Abschluss und ist seit 2005 Anwalt bei einer New Yorker Rechtsanwaltskanzlei. Claire hat ausser Asa keine weiteren Geschwister.
Claire über ihre Eltern (1996): “Dad ist klasse. Er ist wirklich intelligent, freundlich, nett und lustig. Meine Mom verbringt den ganzen Tag mit mir am Set. Wir wurden automatisch enge Freunde, denn es ist sonst niemand in der Nähe. Aber man versteht sich dadurch sehr gut und wir lieben uns wirklich sehr.”
Seit sie 18 Jahre alt ist, wird sie nicht mehr von ihrer Mutter zu den Drehorten begleitet. Claire ist auf sich alleine gestellt und sie kommt gut damit zurecht. “Ich lese ihre Drehbücher, aber ich stehe nicht auf der Gehaltsliste. Ich hatte einen Anteil an den Management Erträgen, aber ich bin nicht länger an den Geldangelegenheiten beteiligt. Claire will es so. Wir müssen uns etwas abkoppeln.” meinte ihre Mutter im Jahre 1997.
Ihre Wohnung hat Claire dementsprechend auch seit Ende der 1990er in New York, während die Eltern nach wie vor in Los Angeles leben. “Es ist schwierig für mich, die Verantwortung für das Ausziehen zu übernehmen… Es ist dennoch kompliziert, derzeit über meine Mutter zu reden, da wir uns beide im Prozess des Auseinanderlebens befinden. Das ist sehr, sehr seltsam. Und ja, es ist verrückt, mehr Geld zu verdienen als die eigenen Eltern. Man kann nichts dagegen tun, es ist einfach ein Thema, wenn man die Eltern bezahlt. Es ist schwierig. Ich bin jetzt in einer Übergangsphase — aber wann ist man das nicht, im Leben.”

Claire und ihre Mutter Carla Danes, ca. 1996