Biografie II - Kindheit (1979-89)
Letztes Update: Januar 2006
Claire als Kleinkind
Es war der zweite Donnerstag im April (Sternzeichen Widder), als Claire Catherine Danes am 12. April 1979 in New York City das Licht der Welt erblickte. Ihre ersten Lebensjahre verbrachte sie in SoHo, einer als ‘Künstlerviertel’ bekannten Vorstadt von Manhattan. Sie hatte praktisch ihren Kindergarten in der eigenen Wohnung, da ihre Mutter als Tagesmutter mehrere Kinder aus der Nachbarschaft betreute. Dadurch hatte Claire ihre Mutter aber nur selten für sich allein, was sie nach eigenen Angaben recht eifersüchtig machte.
Ihre Grundschulen in den 1980ern waren zunächst die Public School 3 (in der Bronx) und die Public School 11 in New York; letztere ist bekannt für anti-autoritäre und künstlerisch-betonte Erziehungsmethoden. Doch dort fühlte sie sich nach eigenen Angaben nicht sehr wohl.
Claire als Kleinkind
In einem Interview offenbarte sie, dass sie als Kind mit psychischen Problemen zu kämpfen hatte. Sie litt als Vierjährige bereits unter Zwangsneurosen: “Ich begann furchteinflössende, dämonische Kreaturen zu sehen. Ich glaubte, dass mich ein Ungeheur mit Fratzengesicht verfolgt, der mich dazu zwang, bizarre Körperhaltungen anzunehmen und lange so zu verharren. Böse Kreaturen verspotteten und tyrannisierten mich. Ich hatte fürchterliche Angst.” Mit sechs Jahren wurde sie von einem Verhaltenstherapeuten betreut. Sie begann, Lektionen in Modern Dance zu nehmen, die ihren Körper und Geist schließlich zur Ruhe brachten. Ebenso verfolgte sie ihre Gymnastikkurse sehr ernsthaft und energisch. Etwa im gleichen Alter habe sieangeblich beim Anblick eines Madonna-Videos den kindlichen Vorsatz gefasst, Schauspielerin zu werden. Doch dieser kindliche Vorsatz entwickelte sich zusehends in eine ernste Absicht. Unterstützt durch ihre künstlerisch sehr begeisterten Eltern (ihr Vater ist Fotograph, ihre Mutter Künstlerin), konzentrierte sie sich schon in jungen Jahren auf eine Ausbildung, die sie der Schauspielerei nahebringen würde.
“Da war dieser Junge namens Chaplin in der Grundschule. Er hatte richtig Angst vor mir, weil ich so verrückt nach ihm war. Er rannte jedesmal fort, weil ich jedesmal laut rief “Chaplin!”. Ich habe ihm einen Brief geschickt und ich schrieb einfach ein grosses “Hi.” Es war so kitschig. Chaplin. Er war ein seltsames Kind. Er war schlau. Er war lustig. Er war kein Mitläufer.”
– Claire über ihren First Crush…
1987: In der dritten Klasse (mittlerweile an der PS 11), lernte Claire Drogen kennen: “Eine Gruppe von Polizistinnen kamen in ihre Klasse und zeigten Nadeln und ähnliches Drogenbesteck. Sie hatten Claire zu Tode erschreckt, tagelang konnte sie nicht schlafen” erzählte ihre Mutter.
Claire in der Grundschule
In der vierten Klasse fand sie heraus, daß Schauspieler und Schauspielerinnen mitunter recht wenig Geld verdienen. “Sie hatte diese Phantasie,” erzählte Carla Danes, “daß sie eines Tages Psychiaterin wäre und zusammen mit ihrer besten Freundin Ariel in Californien leben würde. Zwischen den Häusern der beiden würde ein Swimming Pool sein und beide hätten Ehemänner und Claire stellte sich vor, nebenbei noch Schauspielerin zu sein.”
Aber schon zwei Monate später offenbarte die Neunjährige sehr ernst ihren Eltern: “Selbst wenn es bedeutet, daß ich Kellnerin sein muß und arm bin, ich werde Schauspielerin.”
Claire in jungen Jahren
So kam es, daß sie als Zehnjährige 1989 samstags morgens am Lee Strasberg Theater Institute “methodisches Schauspielern” lernte, wie es auch schon Stars wie Al Pacino, Robert de Niro und Marlon Brando taten. Die berühmte Strasberg-”Methode” verfolgt dabei folgenden Grundsatz: Jeder Mensch speichert unterbewußt alles, was er je sieht und erlebt. Wenn es ihm gelingt, diese Erinnerungen zu aktivieren, ist es ihm möglich, jede nur erdenkliche Rolle zu verkörpern. Bekannt wurde diese Art der Schauspielerei als “Method-Acting”. Bis heute ist Claire dieser Lehre treu geblieben.
Die damalige Direktorin des Strasberg-Programms für junge Kinder Nancy Collins beschrieb Claire als sehr gewissenhaft. “Sie war keineswegs ein typisches kleines Kind. Sie war jeden Morgen als erste hier, saß sehr ernsthaft auf der Bank vor meinem Büro und wartete daruf, dass der Unterricht begann.”
“Wir redeten alle Lehrer mit ihren Vornamen an und man konnte die Mathe- oder Wissenschaftsaufgaben im Freizeitraum oder auf dem Fussboden oder an deinem Schreibtisch oder auf einem Stuhl im Flur machen. Das war die widerlichste soziale Umgebung, in der ich jemals war, denn die Kids machten in dieser Weise ihre fehlende Erziehung wett.”
– Claire über ihre Grundschulzeit
Ihre Middle School (eine Institution zwischen Grundschule und Highschool) war ab 1989/90 die Professional Performing Arts School (PPAS) in Manhattan. Dabei handelt es sich um eine öffentliche Schule der Stadt New York. Ihre erste High School war schließlich die private Dalton School, ebenfalls in Manhattan. Ihre Freundinnen aus dieser Zeit beschrieben sie als “Tomboy”. Claire sei niemals eines dieser Mädchen gewesen, das besonderen Wert auf schöne Kleider und Röcke gelegt hätte.
